kapitel9

 


Kapitel 9: Ein neus Tor öffnet sich

 

 
Sarah ging an dem Baum vorbei, von dem sie Lubo losgebunden hatte. Er folgte ihr, wobei er immer noch vor Schmerzen stöhnte.
  
Hinter dem Baum ragte zwischen dichten Hecken eine Steinmauer empor, und darin waren zwei Tore eingelassen. An jedem hing ein eiserner Türklopfer. „Das wollen wir uns mal genauer ansehen“, sagte Sarah und freute sich, weil sie wieder Gesellschaft hatte. Sie redete nur ungern mit sich selber. Aufmerksam inspizierten sie die beiden Türklopfer, die hässliche Gesichter mit Ringen darstellten. Bei dem Klopfer am linken Tor kam der Ring aus den Ohren, beim anderen aus dem Mund. Sarah schaute zwischen den beiden hin und her. Welchen sollte sie wählen? Es war ihr schon immer schwer gefallen, Entscheidungen zu treffen. Wenn auf einer Geburtstagsparty zwei verschiedene Kuchen serviert wurden, richtete sie es so ein, dass sie von jedem ein Stück bekam – das zweite natürlich erst nach einer Anstandspause und in der Hoffnung, niemand würde es bemerken. Nun blickte sie sich auf der Lichtung um und suchte nach einer anderen Möglichkeit, durch den Steinwall zu gelangen. Es gab keine, und so studierte sie wieder die beiden Klopfer. „Was meinst du, Lubo?“ fragte sie. „Welchen von diesen grässlichen Typen sollen wir uns aussuchen?“
 
 „Es ist unhöflich, fremde Leute so anzustarren“, sagte der Türklopfer mit dem Ring in den Ohren. Sarah zuckte zusammen. Sie hatte sich noch immer nicht daran gewöhnt, dass in diesem Labyrinth so viele normalerweise seelenlose Gegenstände reden konnten.
 
  „Tut mir leid“, entschuldigte sie sich, obwohl man ihr die Vermutung, dass ein Türklopfer weder denken noch sprechen oder autoritäre Ansichten über akzeptables gesellschaftliches Verhalten äussern konnte, wohl kaum übel nehmen durfte. „Ich habe mich nur gefragt, welche Tür ich wählen soll, das ist alles.“
 
 „Was?“
 
Sarah wollte gerade erwidern, >Was?< zu fragen, wäre dort, wo sie herkäme, ebenso unhöflich, jemanden anzustarren. Aber bevor sie den Mund öffnen konnte, hörte sie ein grummelndes Geräusch hinter sich.
 
 Es war der zweite Türklopfer, der den Ring zwischen den Lippen hielt. Er sagte etwas, das sich anhörte wie: „Eschischinnlosch…“
 
 „Sprich nicht mit vollem Mund!“ mahnte der erste Türklopfer pedantisch.
  
„Erischaubwie…“
 
 Sarah wandte sich an den zweiten Klopfer. „Ich verstehe dich nicht…“ Dann erkannte sie, worin das Problem lag. „Ah… Moment mal!“
 
„Was war das? Fragte der erste Türklopfer.
Sie packte den Ring, der im Mund des zweiten steckte, und zog daran. Er liess sich mühelos herausholen, und das Gesicht sah masslos erleichtert aus.
 
In sichtlichem Vergnügen bewegte es die Kiefermuskulatur und seufzte: „Wie schön – nun bin ich dieses Ding los!“
 
 „Was hast du vorhin gesagt?“ wollte Sarah wissen. Hinter ihr rief Klopfer 1. „Eh`“ Der zweite nickte in die Richtung seines Gefährten. „Es ist sinnlos, mit ihm zu reden. völlig sinnlos. Er ist taub wie ein Türpfosten, das kannst du mir glauben.“
 
 „Grumbel, Grumbel, Grumbel!“ höhnte Klopfer 1. „So quatschst du tagaus, tagein. Ein grossartiger Gesprächspartner bist du, das muss ich schon sagen!“
 
 „DU MÜSSTEST STATT MIR REDEN“, brüllte Klopfer 2. „ABER DU KANNST NUR JAMMERN – SONST NICHTS!“
 
 „Es hat keinen Sinn, mich anzuplärren“, erwiderte Klopfer1 gleichmütig. „Ich kann dich nicht hören.“ „Wohin führen diese Tore?“ fragte Sarah den Klopfer2. „Was?“ mischte sich der erste ein. „Keine Ahnung“, antwortete der zweite. „Wir sind nur die Türklopfer.“
 „Oh“, sagte Sarah. Das hätte sie sich denken können. Wie konnte sie auch eine schlichte Antwort auf eine schlichte Frage erwarten?
 
 „Nur, für eins der beiden Tore musste sie sich entscheiden, und ihre Wahl fiel auf das zweite. Nachdem sie mit dem Klopfer, der daran hing ein kurzes Gespräch geführt hatte, wäre es unhöflich gewesen, ihm den Rücken zu kehren und seinen rauben Gefährten zu bevorzugen. Anderseits – vielleicht war es den beiden Klopfern angenehmer, wenn die Tore geschlossen blieben.
 
Sie durfte es nicht als selbstverständlich betrachten, dass sie wohlwollend zusahen, wie die Leute diese Tore öffneten. Überall gab es ein Entweder und ein Oder. Und wenn sie das Für und Wider jeder einzelnen Alternative gegeneinander abwog, würde sie nur zu einem Entschluss gelangen.
 
Nun, inzwischen hatte sie bereits zuerkennen gegeben, dass sie durch das zweite Tor gehen wollte, und so drückte sie mit beiden Händen darauf. Es rührte sich nicht. Sie drückte noch fester auf das Holz, stemmte die Schulter dagegen. Das Tor war so massiv wie die Steinmauer zu beiden Seiten. Sarah überlegte, ob sie Lubo um Hilfe bitten sollte. Seine gigantischen Kräfte würden dieses Problem sicher lösen.
  
Aber sie bezweifelte, dass sie das richtige Tor ausgesucht hatte, und so stellte sie erst einmal eine weitere Frage.
 
 „Wie kommen wir durch diese Mauer?“
 
 „Huh?“ rief der Klopfer1.
 
Der zweite entgegnete mit einem schelmischen Lächeln: „“Klopf doch an – dann wird dir das Tor aufgehen.“
 
 „Ah!“ Sie schaute auf den Ring, den sie in der Hand hielt, dann beugte sie sich hinab, um ihn wieder in den Mund von Klopfer 2 zu schieben. Dieser schnitt eine Grimasse. „Puh! Ich kann das Ding nicht ausstehen!“ Und er presste die Lippen fest zusammen und weigerte sich, sie zu öffnen, als sie den Ring dagegen drückte.
 
 „Los, mach schon!“ ermunterte sie ihn. „Ich möchte so gern anklopfen.“
 
 Doch er liess sich nicht erweichen und kniff die Lippen nur noch fester zusammen.
 
 „Hmmmm“, bemerkte Klopfer1, missmutig wie eh und je. „Will er das Ding nicht mehr im Mund haben? Das kann ich nur zu gut verstehen.“
 
 Sarah legte den Ring auf den Boden. „Ich fürchte, dann werde ich dich belästigen müssen.“ Sie lief zu ihm und griff nach seinem Ring.
 
 „Oh! Autsch!“ jammerte er.
 
Sie ignorierte seinen Protest und liess den Ring zweimal gegen das schwere Tor fallen, das augenblicklich aufschwang.
  
Vorsichtig steckte sie den Kopf durch die Öffnung, um festzustellen, wie es dahinter aussah. Sie hörte Gekicher und unterdrücktes Gelächter, Geschrei und Gekreischte. Instinktiv begann sie selbst zu grinsen und trat über die Schwelle. Dann drehte sie sich um und wartete auf Lubo. Er folgte ihr nur bis zum Tor, dann blieb er stehen und schüttelte den Kopf.
 
 „Komm, Lubo!“
 
Er schüttelte wider den Kopf.
 
„Nun, dann will ich erst mal alleine nachschauen, wohin dieser Weg führt“, verkündete sie und beschloss, zurück laufen und Lubo zu hohlen, sobald sie das Schloss entdeckte.
 
Sie wanderte durch einen sonnenhellen Wald voller üppiger Blüten, kleiner Täler und Hügel mit Gänseblümchen und Glockenblumen übersät, und alter, hoher schatten spendender Bäume.
 
 Das Gelächter ringsum war ansteckend. Kichernd hielt sie nach den Geschöpfen Ausschau, die soviel Fröhlichkeit verbreitete, sah aber nur Waldpflanzen. „Wer ist da?“ rief sie prustend.
  
Hinter ihrer rechten Schulter erklang ein glucksendes Schnaufen. Rasch drehte sie sich um und beobachtete, wie sich der Zweig eines Baumes bewegte und ein Loch im Stamm verdreckte, das offenbar als Mund fungierte.
 
 „Es war der Baum!“ behauptete sie. „Baum – du warst es, nicht wahr?“
 
Da brach ein silberhelles Gekicher zu ihren Füssen aus. Sie bückte sich und starrte auf ein paar Glockenblumen, die sich vor Vergnügen schüttelten.
 
 „Also, so was !“ Sarah sank auf die Knie und kicherte mit ihnen. Nun gerieten sie vollends ausser Rand und Band.
 
Da konnte sich auch der Baum nicht mehr beherrschen und brach in wieherndes Gelächter aus. Sie warf den Kopf in den Nacken und stimmte ein, aus voller Kehle.
 
 Dies war das Signal zu einem allgemeinen Heiterkeitsausbruch. Ganz in der Nähe lachte ein Baumstumpf und tiefer, krächzender Stimme. Auf einem Ast tanzten gackernde Vögel. Ein anderer Baum schwankte ausgelassen hin und her.
 
 Farnwedel schwangen durcheinander, Eichhörnchen und Mäuse lugten aus ihren Erdlöchern hervor, mit Lachtränen in den Augen.
 
Sarah hielt sich stöhnend die Seiten und keuchte: „Worüber lachen wir eigentlich?“
 
 „Das weiss ich nicht!“ röhrte der Baum über ihrem Kopf.
 
 „Ha – ha – ha – ha!“
 
 Der ganze Wald wogte, sogar die Grashalme zitterten. Kraftlos liess sich Sarah auf dien Rücken fallen. „Oh – bitte – ich kann nicht mehr…“
 
Als Antwort bekam sie eine neue Lachsalve zu hören, die zu schriller Hysterie anschwoll.
 
„Noch nie in meinen ganzen Leben habe ich soviel gelacht“, japste Sarah.
 
Einige Vögel, von wilden Krämpfen geschüttelt, fielen von den Zweigen, schlugen mit den Köpfen auf dem Boden auf, und sie sah ein irres Funkeln in den Augen mit winzigen Pupillen.
 
Andere Kreaturen stoben kreischen unter Baumwurzeln hervor, und als sie auf Sarah zukamen, setzte sie sich hastig auf, erschrocken über die klaffenden Mäulern und wahnwitzigen Blicke. Immer noch kichernd, jammerte sie: „Oh, bitte, bitte, ich muss aufhören…“
 
 „Sie kann nicht aufhören!“ heulte der Baum neben ihr, und der ganze Wald brüllte vor Entzücken. Sarah stand auf. Ihr ganzer Körper zitterte unkontrolliert, ihre zuckenden Lippen lachten zwanghaft weiter, aber in ihren Augen lag kaltes Grauen. „halt!“ flüsterte sie. „Halt!“ Sie taumelte zum offenen Tor zurück und brach zusammen, was mit gellendem Kreischen quittiert wurde. Sie hob den Kopf, sah Lubo auf der anderen Seite des Tores stehen und streckte ihm flehend eine Hand entgegen.
 
Unbehaglich starrte er sie an. Er weigerte sich, die Schwelle zu überqueren, hielt ihr aber seine grosse Pranke hin und nickte ihr aufmunternd zu. Ohne ihn aus den Augen zu lassen, schleppte sie sich noch ein paar Meter weiter, so dass er sie hochheben, aus dem Bannkreis des johlenden Walds tragen und das Tor schliessen konnte.
 
Abrupt verstummte das Gelächter. Und die Blätter des Irrgartens raschelten in einer sanften Brise und sangen das süsseste Lied, das Sarah je gehört hatte. Es dauerte eine Weile, bis sie sich erholte. Lubo beobachtete sie besorgt. Als sie endlich aufstand, tief Atem holte und ihm ein schwaches Lächeln schenkte, sagte er: „Lubo – froh.“
 
 „Sarah – froh“, antwortete sie und zauste seinen gesenkten Kopf.
 
Nun blieb ihr nicht anderes übrig, als auszukundschaften, wohin das zweite Tor führte. Sie ging hinüber und hob den Ring auf.
 
 „Tut mir leid“, entschuldigte sie sich und hielt ihn an den Mund von Klopfer 2. Er kräuselte die Lippen und leistete verbissen Widerstand.
 
 „Sei doch nicht so stur!“ bat sie und versuchte erneut ihr Glück. Klopfer 2 runzelte die Stirn und presste die Lippen mit aller Kraft zusammen. Da kam ihr eine Idee. Mit Zeigefinger und Daumen drückte sie ihm die Nase zu. Eine Zeitlang ertrug er die Qualen, zog die Stirn in immer tiefere Falten, aber letzten Endes musste er den Mund aufmachen und nach Luft ringen. „Verdammt!“ keuchte er. Blitzschnell klemmte sie ihm den Ring zwischen die Lippen und klopfte damit an das Tor.
 
 „Grumpf, Grumbel, Grumbel, Grumbel, Gruffff!“ beschwerte er sich
 
 „Verzeih mir, ich musste es tun“, sagte Sarah.
 
„Schon gut!“ rief Klopfer1. „Er ist ja dran gewähnt!“
  
Das Tor öffnete sich. Dahinter lag ein unheimlicher Wald. Auf dieser Seite der Mauer schin die Sonne, auf der anderen herrschte beklemmendes Dunkel. Lubo knurrte und wich zurück. Aber diesmal wollte Sarah nicht auf seine Begleitung verzichten. „Komm!“ befahl sie und straffte die Schultern. „Es gibt nur diesen einen Weg – falls wir nicht in den Irrgarten zurücklaufen wollen, und dazu habe ich nun wirklich keine Lust.“ Sie ging über die Schwelle und wartete auf Lubo. Widerstrebend foltge er ihr. Das Tor fiel von selbst ins Schoss mit einem gewaltigen Krach, dessen Echo noch lange in der Luft vibrierte.
 
 Sarah erschauderte. Ein eisengrauer Himmel wölbte sich über welken, verschrumpelte Waldpflanzen, die anscheinend noch nie in ihrem Leben die Sonne gesehen hatten. Bald nachdem sie sie dieses finstere Reich betreten hatte, sank Sarahs Mut. Sie schaute Lubo an, um sich aufheitern zu lassen, aber er machte ein so unglückliches Gesicht, dass sie die Hoffnung begrub.
 
 „Kopf hoch, Lubo!“ ermunterte sie ihn und versuchte ihrer Stimme einen fröhlichen Klang zu geben. „Ein so grosser Kerl wie du – und schlottert vor Angst! Er stiess einen tiefen Seufzer aus. „Nicht – gut.“ Schweren Herzens blickte sie sich um und überlegte, welche Richtung sie einschlagen sollte. Ein Pfad verlor sich in der Tiefe des Waldes. Würde er sie zu ihrem Ziel führen! „Ich weiss nicht einmal, wo das Schloss liegt“, sagte sie und wandte sich wieder zu Lubo, der viel grösser war als sie und die Türme vielleicht sehen konnte. Aber er hatte das Kinn entschlossen auf die Brust gepresst und nahm keine Notiz von seiner Umwelt. Sarah stellte sich auf die Zehenspitzen, doch das nützte ihr nichts. Was würde ihr weiterhelfen? Sie spürte, wie Tränen der Verzweiflung in ihren Augen zu brennen begannen, und wischte sie ärgerlich weg. „Wir haben nicht den geringsten Grund, uns zu fürchten“, versicherte sie, denn sie fühlte, dass sie die Initiative ergreifen musste – zumindest, um Lubo ein wenig Mut zu machen.
 
Nachdenklich spähte sie zwischen die Zweige eines Baums. Und so sah sie nicht, dass sich die Erde hinter ihr auftat und Lubo verschluckte. Er fand gerade noch Zeit, die ersten zitternde Ansätze eines wilden Schreis auszustossen, bevor sich der Waldboden über seinem Kopf schloss.
 
 „Vielleicht könnte ich da hinaufklettern“, meinte Sarah.
 
 „Dann müsste ich das Schloss sehen.“
 
  
Sie griff nach einem der unteren Äste, aber als sie sich hinaufzog, zerbrach er unter ihren Fingern wie dünnes Porzellan. Noch ehe ihr bewusst wurde, dass das Holz abgestorben war, fiel der ganze Baum in sich zusammen. Aber es waren keine Zweige, die sich vor ihr häuften, sondern Gebeine. Und in ihrer Hand hielt sie ebenfalls einen Knochen. Angewidert warf sie ihn weg. Nun ertönte ringsum ein lautes Knistern, und zu ihrem Entsetzen brach der ganze Wald zusammen, wie eine Herde von Dinosaurierskeletten.
 
 
Ein Knochenbaum nach dem anderen stürzte zu Boden, jeder brachte seinen Nachbarn zu Fall, wie ein Dominostein den nächsten, und dann war die ganze Landschaft nur noch eine chaotische Masse aus zertrümmerten Gebeinen.
 
  
Und Sarah wusste, dass sie die Schuld dann trug – dass sie die empfindliche Balance dieses Waldes zerstört hatte, als jener Zweig unter ihrer Hand zerbrochen war. Diese Erkenntnis überstieg ihre Kräfte. Schluchzend sank sie zu Boden. Was sie auch in Angriff nahm – es misslang ihr. Es gab keine Hoffnung mehr.
 
 
Weinend schlug sie die Hände vors Gesicht. Irgendwann hob sie den Kopf, um zu sehen  ob auch Lubo Tränen vergoss.
„Lubo?“ Sie schaute nach allen Seiten. Er war nicht da. Verwirrt begann sie in den Gebeinen zu wühlen, fand aber keine, die mit rotem Fell bedeckt waren.
„Lubo!“ Sie sprang auf, rannte zu der Stelle, wo er eben noch gestanden hatte, suchte in wilder Panik nach irgendwelchen Spuren – ohne Erfolg. Inzwischen hatte sich der Himmel noch dunkler gefärbt und erschien ihr gespenstischer denn je. „Lubo!“ schrie sie und fühlte sich grenzenlos einsam in dieser öden Knochenlandschaft.
„Wo bist du? Was ist passiert?“
 
Sie fing zu laufen an – irgendwohin, nur weg von diesem grausigen Ort… Wäre sie geblieben, hätte sie sich womöglich auch in ein Skelett verwandelt. Sie rannte über die Gebeine in einen anderen Teil des Waldes, der ebenso grimmig und düster wirkte wie der erste. Dicke, knorrige Wurzeln zogen sich über den Weg. Die Baumstämme sahen wie riesige, verkrampfte Fäuste aus. Herabgefallene Zweige und vertrocknete Blätter bedeckten die Erde. Hin und wieder öffnete sich ein begrenzter Ausblick zwischen den Ästen und wies ihr den weiteren Weg. Ein paar Mal musste sie sich Spinnweben von den Wangen wischen. Aus welken Farnbüschen flogen ihr dunkle Insektenschwärme entgegen.   
 
"O Gott, was soll denn das?" wimmerte sie, während sie verzweifelt durch die Wildnis stolperte.
Je tiefer sie in den Wald eindrang, desto dunkler wurde er. Nach einiger Zeit erreichte sie eine Lichtung, aber die Äste über ihrem Kopf bildeten ein so dichtes Gewölbe, dass sie in den schwarzen Schatten nicht einmal ihre eigenen Füsse sehen konnte. Blindlings rannte sie weiter, bis eine beängstigend helle Gestalt vor ihr auftauchte: "Ja! Was soll das?"
Sarah riss Mund und Augen auf. Ein gellender Schrei rang sich aus ihrer Kehle.
 
 
 

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