storybook1

L A B Y R I N T H
THE STORYBOOK BASED ON THE MOVIE
 


Aus demEnglischen von Ingeborg Andreas - Hoole.
© 1986 by Labyrinth Enterprises.
Titel der Originalausgabe: Labyrinth.
Für die deutsche Ausgabe:
© 1986 Delphin Verlag GmbH, München und Zürich.
Alle Rechte vorbehalten.
Printet in Belgium
 

Irgendwo dort, wo uns die Phantasie gerade noch hintragen kann, liegt ein Labyrinth. Es zuckt und windet sich wie böse Gedanken,und kein Mensch - weder Mann, Frau noch Kind - ist je bis in die Mitte gelangt. Dort, umschlossen von den Mauern der Stadt Goblin,
ragt das Schloss von Jareth empor, dem König der Goblins.
 
Goblins sind boshafte kleine Kobole, deren grösstes Vergnügen darin besteht, Babies zu stehlen und sie in Goblins zu verwandeln.
Das geht aber nur, wenn sich das jemand wirklich wünscht. Auch müssen dazu genau die richtigen Worte ausgesprochen werden.
"Ich wünsch, die Goblins kommen und dich auf der Stelle mitnehmen!" Das sind die richtigen Worte. Wenn die Goblins das hören,
dann kommen sie...

     
In einem kleinen Ort in der Nähe der Großstadt lebte Sarah mit ihrem Vater,
ihrer Stiefmutter und ihrem Halbbruder Toby und ihrem Hund Merlin.
Toby war gerade erst ein Jahr alt, aber Sarah fand ihn furchtbar lästig.
Immer ausgerechnet dann, wenn sie etwas Besseres zu tun hatte, sollte sie auf ihn aufpassen.


Er durfte mit ihren schönsten Spielsachen spielen - sogar mit ihrem geliebten Teddybären Lanzelot! Und wenn er irgend etwas Albernes machte - wenn er quietschte oder aufstand,
zum Beispiel - wurde er von allem ausgiebig bewundert.  Mich dagegen beachtet nie jemand, dachte Sarah.
 

In einer Sommernacht, als Sarah mit Toby alleine zu Hause war, zog im Osten ein Gewitter auf. Blitze zuckten über den
Himmel, der Donner krachte. Toby begann zu weinen.
Sarah konnte tun, was sie wollte, sie schafte es nicht, ihn zu beruhigen.
Sie hob ihn hoch und liess ihn auf ihren Knien hopsen. Sie schwenkte seine Rassel, gab ihm sein Fläschchen und sein
kuscheliges, gelbes Küken. Sie versuchte, alles was ihr nur in den Sinn kommen mochte. 

Winzling mit dem puterrot angelaufenen Kopf brüllte nur immer lauter.
"Sei doch endlich still!" Sarah war wütend. "Manchmal habe ich wirklich einen Hass auf dich." Und dann sagte sie noch und stampfte dazu auf: " Ich wünschte,
die Goblins würden kommen und dich auf der Stelle mitnehmen!"
 
Und sie kamen...

Toby war weg. Dafür stand Jareth da, der König der Goblins, hochgewachsen und düster in seinem dunklen Umhang. Seine Augen blitzten in der Finsternis.
"Wer sind Sie?" Flüsterte die zitternde Sarah. "Und wo ist mein kleiner Bruder?"
"Toby gehört mir" , sagte Jareth. "Er ist in meinem Schloss, in der Mitte des
Labyrinths."
"Aber das habe ich doch nicht wirlich gewollt", presste Sarah hervor.

"Anscheinend doch", erwiederte Jareth und zog die Augenbrauen hoch. "Du hast die richtigen Worte gesprochen."
"Wo ist das Labyrinth?" fragte Sarah.

Jareth holte mit dem Arm weit aus und wirbelte seinen Umhag herum. Sarah fand sich auf einem Hügel wider. Der Himmel glühte rosa und orange. In der Ferne erhob sich ein Schloss, eingehüllt in Dunkelheit. Jareth begann zu sprechen: "In dreizehn Stunden wird Toby in ein Goblin verwandelt. Dann gehört er für immer mir." Wieder schwang er seinen Arm in einem grossen Bogen herum und war verschwunden.

Lichtstrahlen wanderten über den Hang, die Sonne ging auf. Zu Sarahs Füssen dehnte sich das Labyrinth aus.
Sarah stieg den Abhang bis zur mächtigen Mauer hinunter, die das Labyrinth umschloss. Sie war noch nicht weit gegangen,
da stiess sie auf Hoggle, der in einem Garten vor der Labyrinthmauer arbeitete.
 
Hoggel war nicht sehr nett. Das war weiter nicht erstaunlich, denn es war nicht sehr einfach, nett zu sein, wenn man in
der Nähe des Labyrinths lebt. Aber Hoggel war zu niemandem nett, auch nicht zu Jareth, und das war erstaunlich.

 


"Entschuldigen Sie bitte," sagte Sarah höflich,
"können Sie mir sagen, wo der Eingang zum Labyrinth liegt?"
"Vielleicht", antwortete Hoggel und schnaubte durch die Nase.
"Nun - wo ist er denn?"
"Wo ist wer?"
"Der Eingang", sagte Sarah. "Wie komme ich ins Labyrinth?"

Hoggle zuckte mit den Achseln und deutete hinter sie. Dort war auf unerklärliche Weise ein Tor erschienen. Die beiden Flügel öffneten sich.
Sarah schaute Hoggel an. Dieser Ort war ihr unheimlich, und sie hätte lieber einen so unangenehmen Begleiter wie ihn gehabt als gar keinen.
Aber er machte keine Anstalten mitzukommen, und so trat sie allein in das Labyrinth ein.
Die Torflügel fielen hinter ihr ins Schloss. Hoggel schüttelte den Kopf und machte sich wieder an seine Arbeit.


Die Gägnge des Labyrinths schienen sich ins Unendliche zu verlieren, aber Sarah holte einmal tief Atem, gab sich einen Ruck und setzte sich in Bewegung . Früher oder Später werde, dachte sie, muss ich einfach irgendwo hinkommen.
Das Labyrinth wollte ihr anscheinend beweisen, dass sie sich irrte. Die Mauern rückten enger zusammen. Feuchte Kälte drückte auf sie nieder, und das leiseste
Geräusch  gab einen lauten Wiederhall.
 

Sie ging weiter und weiter. Dann fing sie an zu laufen. Ihr eigender Atem dröhnte ihr in den Ohren.
Der Gang dehnte sich vor ihr in die Länge und wollte niemals enden. Schliesslich blieb sie atemlos stehen. Sie stützte sich mit der Hand gegen die Mauer,
um wieder zu Kräften zu kommen, und spürte unter den Fingern die rauhe Oberfläche.

"Allo", sagte eine fröhliche Stimme dicht bei ihrem Kopf.  "Warum versuchst du's nicht mal dort entlang?"  Ein kleiner Wurm lugte aus einer Mauerritze hervor.
"Da lang", wiederholte der Wurm. "Siehst du nicht?" Sarah sah wirklich nichts. Alles was sie sehen konnte, war eine massive Mauer vor ihrer Nase.
"Geh einfach weiter", sagte der Wurm. "Die Dinge hier sind nicht so, wie sie aussehen."

Und das stimmte.
 
Sarah hatte ihre erste Lektion gelernt. Sie würde sich nicht länger von den Gängen des Labyrinths schnurgeradeaus ins Abseits führen lassen.Sie hatte ihren Weg durch die Mauer gefunden. Aber schon waren zwei Stunden verstrichen, und sie hatte immer noch einen langer Weg vor sich. 

Bald stiess sie auf zwei Türen, vor denen die merkwürdigsten Wesen Wache standen, die sie jemals gesehen hatte. Um die richtige Tür zu finden, musste sie ein Rätsel lösen.
 

 
Einer von uns die Wahrheit spricht,
der andere wird immer lügen.
Frage nur einmal - mehr darfst du nicht,
auch muss eine Antwort genügen.
Die richtige Tür bringt dich nächer zum Ziel,
Die falsche bedeutet: Aus ist das Spiel.




 


 
 
 
 
Lösung:  Sarah durfte den beiden Pförtnern nur eine Frage stellen. Einer von ihnen log immer und der andere sagte immer die Wahrheit. Die Frage die sie nun stellte war: "Würde er, sie sprach mit dem einen Pförtner (A) und wies mit der Hand auf den Anderen (B) hin, mir sagen, dass diese Tür (A) zum Schloss führt?" Wenn dies nun der Lügnerische Pförtner war den sie nun gerade fragte , wäre die Antwort Ja - denn er würde lügen. Wenn die allerdings der richtige, Wahrheitsagende  Pförtner war, wäre die Antwort ebenfalls Ja - denn er sagt die Wahrheit und der andere würde sie belügen. In jedem Fall würde also die andere Tür (B) die Richtige sein. Wenn die Türe die sie anzeigte die Richtige gewesen wäre und sie den lügenden Pförtner gefragt hätte, wäre die Antwort nein gewesen - er lügt. Wäre es die richtige Tür gewesen und sie hätte den wahrheitsagenden Pförtner gefragt, hätte die Antwort ebenfalls nein geheissen - er sagt die Wahrheit und der andere würde lügen. So wäre in jedemfall dies die richtige Türe gewesen.
 
Sarah fand die richtige Tür. Im Labyrinth bedeutet das Richtige aber nicht immer das Beste. Als sie die Türschwelle überschritt, tat sich der Boden unter ihren 
Füssen auf. Sarah fiel abwärts durch einen engen Schacht, immer weiter abwärts. Sie hatte kaum Zeit sich zu fürchten, als sie schon von einer Hand ergriffen
wurde. Dem Himmel sei Dank! dachte sie. Dann schaute sie sich um und bemerkte, dass sich Tausende von Händen nach ihr ausstreckten - die alle aus
der Wand herauswuchsen.

Sarah war zu entsetzt, um schreien zu können.

"Rauf oder runter?", fragten die Hände. "Rauf oder runter?"

"Runter", brachte sie schliesslich mühsam hervor.

Sie wurde von einer  Hand zu anderen weitergereicht, bis sie schliesslich in einer kleinen, dunkeln Zelle abgesetzt wurde.
Eine Falltür klappte über ihr zu. Hier schien kein Weg herauszuführen.

Aber Hoggel war da.

'Ich wusste sofort, alls ich dich sah, dass du in Schwierigkeiten geraten würdest", brummte er mürrisch.
"Das Labyrinth ist zu gefährlich. Ich werde dir den Rückweg zeigen."
"Ich will aber nicht zurück.", antwortete Sarah. "Ich muss Toby finden und,  ich bin schon viel  zu weit gekommen, um jetzt aufzugeben. Da!" 
Sie löste sich ein Armband vom Handgelenk. "Das gehört dir, wenn du mir hilfst."

Hoggel schüttelte den Kopf. Aber das Armband nahm er doch.

Sarah blieben nur noch acht Stunden  um ihren Bruder zu retten, aber jetzt konnte sie auf Hoggles Hilfe zählen. Das passte Jareth gar nicht, der Sarahs Vordringen die ganze Zeit von seinem Schloss aus beobachtet hatte. Er warf seinen Umhang um und erschien vor den beiden.

"Eins darfst du mir glauben", warnte er Hoggle, "wenn du ihr hilfst" - er  deutete voller Zorn auf Sarah - "  dan hänge ich dich mit dem Kopf nach unten über den Sumpf des ewigen
Gestanks!"

Diese Drohung war deshalb so schrecklich, weil der Sumpf des ewigen Gestanks tausendmal übler roch als alles, was man sich vorstellen
konnte.

Schlimmer noch: Wer nur ein wenig davon abbekam, stank selbst genau so - und das für immer.

Vor diesem Sumpf hatte Hoggle mehr Angst als vor allem andern im Labyrinth. Doch in einem geheimen Winkel seines Herzens genoss er es,
Jareth zu wiedersetzen. Und ganz allmählich gewann er  Sarah lieb.

"Ich führe sie nur hier heraus, Hoheit", log er.

 

Aber Jareth war bereits verschwunden.

Sarah und Hoggle wanderten durch ein Gewirr von Hecken. Da ertönte hinter einem Gebüsch ein fürchterliches Stöhnen. Hoggle, der die Schrecken des Labyrinths kannte, raste davon. Sarah ging zum Gebüsch hinüber, wo sich ihr ein entsetzlicher Anblick boot.
Ein riesiges, furchterregendes Tier hing Kopfüber an einem Baum und wurde von drei fiesen Kobolden gequält.

Sarah brachte es nicht übers Herz, einfach wegzugehen. Sie wartete, bis die Goblins davongelaufen waren,  dann bannd sie das gefässelte Tier von seinem Strick los.  "Ludo ...Freund." Das Tier lächelte Sarah voller Verehrung an, und sie tätschelte ihm sanft die Nase.  "Kennst du den Weg zur Mitte des Labyrinths?" erkundigte sie sich. "Ludo ... verwirrt," antwortete Ludo traurig. Sarah seufzte. Ringsum raschelten die Blätter der Bäume im Wind. Sie raschelten wie zischelnde Stimmen.  
S - s - s - sechs Stunden, schienen sie zu füstern. Du hast nur noch s - s - s - sechs Stunden.

 

 



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