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THE STORYBOOK BASED ON THE MOVIE
 
 
 

  

Sarah entdeckte in der Nähe zwei Türen.  Sie entschied sich für diejenige, die in einen dämmrigen Wald führte. Riesige Bäume mit gewundenen Stämmen und Ästen, wuchsen
hier ungestört seit undenklichen Zeiten, Bäume, die so hoch waren, dass Sarah die Wipfel nicht mehr sehen konnte.
„Nicht gut…“, sagte Ludo und schaute nervös um sich.

Ludo quiekte plötzlich leise auf. Dann war alles still.
„Ludo?“ Sarah schaute sich um, aber Ludo war verschwunden. Sie suchte überall nach ihm,
aber es sah so aus, als hätte sich der Boden geöffnet und Ludo mit Haut und Haaren verschluckt.
Und wieder war Sarah allein.

Nun war Sarah wieder alleine.
Sarah lachte. „So etwas! Dass ein so grosses Tier wie du solche Angst haben kann!“
Sie gab Ludo einen Klaps auf die Nase. „Ich bin sicher dass es hier vollkommen ungefährlich ist. Überhaupt ist es ein gutes Zeichen, wenn du Angst hast. Die Dinge sind hier nicht immer so, wie sie aussehen.“
Diesmal waren sie es aber doch.
Sarah lachte. "So ein grosses Wesen wie du und Angst? Ich bin sicher es gibt absolut keine Gefahr hier. Wenn du Angst hast ist das sicher ein gutes Zeichen, denn die Dinge sind hier nicht immer so wie sie dir erscheinen."
In diesem Fall schon.
Ludo gab plötzlich einen leisen Schrei von sich. Dann war es still.
"Ludo?", Sarah schaute sich um, aber Ludo war verschwunden. Es schien als wäre er vom Erdboden verschluckt.

 


Jede Minute kam Sarah dem Schloss näher, und Jareth wurde allmählich unruhig. Er beschloss Hoggel einen zweiten Besuch abzustatten.
„Da“, sagte Jareth, und drückte Hoggel einen Pfirsich in die Hand, der wie ein kleiner Stern funkelte. „Gib ihr den, oder ich werfe dich in den Sumpf des Ewigen Gestanks. Und falls sie dich küssen sollte“, fügte er hinzu und kam sich besonders schlau vor, „werfe ich euch beide hinein.“

„Ich tu nichts, was dem kleinen Fräulein schaden könnte.“, rief Hoggel kläglich.
Aber Jareth blickte ihm starr in die Augen, und Hoggel wusste, dass ihm keine andere Wahl blieb.

Tief im Wald stiess Sarah auf eine Bande sonderbarer Geschöpfe, die ihre Köpfe abnehmen und in die Luft werfen konnten.
Sarah fand das äusserst befremdlich. Aber sie schienen dennoch freundlich und hilfsbereit.
  
Sie versprachen, Sarah zum Schloss zu bringen. Aber je tiefer sie in den Wald eindrangen, desto klarer wurde Sarah, dass diese Wesen nicht einmal wussten, was ein Schloss war, ganz geschweige, dass sie es finden konnten.


Sarah versuchte alles Mögliche um von ihnen weg zu kommen.
Vergebens.
Schliesslich rannte sie einfach los. Die Wesen verfolgten sie, bis ihr plötzlich eine Mauer den Weg versperrte. Gehetzt schaute sie sich nach einem Fluchtweg um.
„Hier herauf!“ rief eine Stimme. Es war Hoggle. Er warf ein Seil herab, und Sarah kletterte hinauf, in Sicherheit.

„Hoggle!“ rief Sarah voller Freude und Begeisterung, „du bist zurückgekommen!“
„Nein! Küss mich nicht!“ kreischte Hoggle.
Zu spät – es war schon passiert. Die Mauer brach in sich zusammen, und Sarah und Hoggle stürzte auf den Sumpf des ewigen Gestanks zu. Sie schlitterten den steilen Abhang hinab, bis sie auf etwas Weichem, Breitem landeten. Es war Hoggle.
„Huch!“ Hoggle zuckte zurück, als er Ludos grosse Zähne bemerkte.
„Ludo!“ rief Sarah und umarmte dankbar das pelzige Riesentier.
„Riech!“ stöhnte Ludo. Tränen strömten seine Backen hinunter.
Sarah schnappte nach Luft, dann hielt sie den Atem an.
Nur eine einzige Brücke führte über den stinkenden Sumpf. Bewacht wurde sie von Sir Dydimus, dem kühnen Ritter, und seinem treuen Streitross Ambrosious.
„Ich habe geschworen,  meine Pflicht zu tun“, sagte Sir Dydimus zu ihnen. „Niemand darf diese Brücke ohne meine Erlaubnis überqueren.“
„Ach bitte“, bettelte Sarah. „Ich hab nur noch so wenig Zeit. Ich muss Toby finden!“ Sie machte einen Schritt auf die Brücke zu, aber Sir Didymus hielt sie auf und schwang drohend einen Spazierstock.
Ludo sprang zu Sarahs Verteidigung herbei, es kam zum Kampf.
Ludo war an Grösse und Kraft überlegen, aber Sir Dydimus war mutig und entschlossen.
Dazu hatte er einen grossen Vorteil: Er schien den Gestank nicht zu bemerken.

Der Zweikampf endete unentschieden.

 

Nachdem Ludo und Sir Didymus einander die Hände geschüttelt hatten, wandte sich Sarah an den kleinen Ritter.
„Was genau habt Ihr eigentlich geschworen?“ fragte sie.
„Ich habe bei meinem Herzblut geschworen“, antwortete Sir Dydimus mit einer tiefen Verbeugung,  „dass niemand ohne meine Erlaubnis hier vorbeikommt.“
„Sehr gut“, antwortete Sarah höflich und hielt sich die Nase zu, „würdet Ihr uns denn Eure Erlaubnis erteilen?“

Der kühne Sir Didymus drehte und wendete Sarahs Frage und untersuchte sie von allen Seiten. Er konnte keinen Haken finden.
„Ja“, sagte er schliesslich, verbeugte sich nochmals tief und küsste Sarahs Hand. „Und ich, Sir Didymus, werde mich Eurer tapferen Gesellschaft anschliessen.“
Jetzt hatte Sarah drei Begleiter, die ihr auf ihrem Weg beistehen würden.
 
Sarah hatte die knarrende, ächzende Brücke halb überquert, da brach sie unter ihr zusammen.
Verzweifelt klammerte sie sich an, sie hing nur wenige Fingerbreit über dem Sumpf. „Wir müssen sie retten!“ rief Sir Didymus.
 
Doch Ludo setzte sich einfach ans Ufer und brach in ein Geheul aus. Sir Didymus drehte sich erstaunt nach ihm um.  
„Mein Bruder!“ sagte er. „Bist du der kühne Ritter, mit dem ich gerade gekämpft habe? Wie kannst du da sitzen und heulen, wenn jene edle Maid da unsere Hilfe braucht?“
Ludo heulte weiter. Unter den erstaunten Blicken von Sir Didymus tauchte auf Ludos Geheul hin ein Felsbrocken auf und rollte unter Sarahs Füsse.
Immer mehr Steine wälzten sich auf dem Sumpf empor und reihten sich zu einer Brücke aneinander.
 
„Steine….Freunde“, sagte Ludo mit weicher Stimme.

 
Sarah, Hoggle, Ludo and Sir Didymus zogen rasch durch einen tiefen verträumten Wald. Sie hatten nur noch
drei Stunden Zeit. Sie waren müde und hungrig.

Wie abwesend langte Hoggle den Pfirsich von Jareth hervor und streckte ihn Sarah hin.
„Da“, sagte er mit zusammengebissenen Zähnen.

Sarah nahm ihn dankbar an.  Aber als sie hineinbiss, merkte sie gleich, dass es ein Zauberpfirsich war.
„Hoggle“, sagte sie. „Oh, Hoggle, was hast du mir angetan?“
Hoggles Augen füllten sich mit Tränen. Er drehte sich um und rannte in den Wald zurück.
Sich selbst hasste er genau so sehr wie Jareth.
 
Dann vergass Sarah alles – Hoggle, Ludo, Sir Didymus, sogar Toby.
Über ihr schwebten Blasen, glitzernde Blasen, die sie zu einem wunderbaren Ort locken wollten. Sarah folgte ihnen.


Die Blasen gleiteten Sarah zu einem Ballsaal aus Gold und Kristall.
Tänzer wirbelten vorbei. In der Mitte stand Jareth und sah Sarah an.
Er nahm sie in die Arme. "Gib diese törichte Suche auf" flüsterte er.
Die Musik überflutete sie, als er sie in schwindelerregenden Kreisen herumdrehte.

Sie fühlte, wie sie schwach wurde. Dann kam ihr irgendwie Toby in den Sinn.

"Nein!", rief sie. Im nächsten Augenblick zerfiel der Ballsaal und alles darin zu Staub.
Sarah in einem andern Traum. Sie lag auf einem Haufen Trödel, in einer öden, grauen Landschaft. Plötzlich bewegte sich der Tödelhaufen. "Währst du wohl so net...." sagte eine Stimme unter ihr. Sie gehörte einer runzligen, alten Frau mit krummen Rücken.
"Ich bin auf der Suche", sagte Sarah und überlegte angestreng, wonach.

"Das sind wir alle, Schätzchen", antwortete die Trödelfrau. "Hier ist, was du suchst. All deine Spielsachen.....dein nettes kuscheliges Kaninchen, deine Panda - Hausschuhe. Und da ist dein altes Pferdchen. Und Lancelot, dein Lieblingsteddy.

Da erinnerte sich Sarah. "Ich will nichts davon!" rief sie energisch. "Das ist lauter Trödelkram. Ich will nur Toby, will ihn sicher und gesund heimbringen."

Plötzlich lag Sarah vor den Toren der Stadt Goblin. Ludo und Sir Didimus beugten sich über sie. Sie umarmte beide, doch für Erklärungen blieb wenig Zeit.
"Ich muss schnell weiter", sagte sie, "oder ich verliere Toby."

Die drei Freunde drangen gemeinsam in die Stadt ein. In diesem Augenblick wurde Jareth ihre Ankunft gemeldet.


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